Neuer Sorbisch-Kurs für Erzieherinnen im Kreis SPN

Neuer Sorbisch-Kurs für Erzieherinnen im Kreis SPN

Start für Ausbildungsmarathon für sorbische/wendische Erzieherinnen

Die Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur startet in diesem Jahr in einen mehrjährigen Kurs zur umfassenden Ausbildung für Erzieherinnen in der sorbischen/wendischen Sprache. Seit Jahren hat sich ein desolater Zustand durch fehlende sorbisch-sprechende Kindergärtner*innen, Erzieher*innen und Lehrer*innen im Land Brandenburg eingestellt.  Die zu DDR-Zeiten umfangreich ausgebildeten Lehrkräfte auf dem ehemals in Bautzen vorhandenen Sorbischen Institut für Lehrerbildung “Karl Jannack” stehen nach mehr als dreißig Jahren nun vor dem Eintritt in den Ruhestand, so dass über die letzten Jahre eine immense Zahl an Erzieher*innen und Lehrer*innen fehlt. Der heute an den OSZ oder am Sorabistischen Institut Leipzig ausgebildete Nachwuchs hingegen kann diese sinkenden Zahlen längst nicht aufhalten. Nun hat das Land Brandenburg gegengesteuert und Finanzen für den Spracherwerb für diese wichtige Berufsgruppe zur Verfügung gestellt. Es können jetzt Quereinsteiger und Erzieher*innen bzw. Hortner*innen ausgebildet oder weiterqualifiziert werden, die schon sprachliche Vorkenntnisse besitzen oder bereit sind, die sorbische/wendische Sprache auf dem Bildungsweg an die nächste Generation weiterzugeben.

Nach einer Vorbereitungszeit und entsprechend der geltenden Corona-Maßnahmen konnte der Kurs für acht Kindergärtnerinnen am 29.3.21 endlich beginnen. Der Kurs startete gleich mit einem intensiven Wochen-Programm, von täglich sieben Unterrichtseinheiten mit verschiedenen Lehrerinnen. Gegenstand des Unterrichts waren zunächst das sorbische/wendische Alphabet und die Aussprache. Dabei wurde schon ein straffes Pensum vorgegeben, denn die Übungen beschränkten sich nicht nur auf die Anwendung des Erlernten in der Aussprache von alltäglichen Redewendungen und Wortgruppen, sondern auch schon einige grammatikalische Fälle wurden vorgestellt. Ebenso wurden praxisnah kindgerechte Inhalte wie Geschichten um Ostern und die Tierwelt sowie Kinderlieder durchgenommen.

Dieser Kurs, der nach dem ersten Wochenkurs dann jeden Freitag fortgesetzt wird, kam maßgeblich durch das Wirken des Beigeordneten des Landkreises Spree-Neiße, Herrn Michael Koch und seiner Mitarbeiterin Frau Kerstin Schulze sowie der Sorben/Wendenbeauftragten, Frau Kerstin Kossack zustande. Alle drei hatten den Notstand im Landkreis SPN, der den höchsten sorbischen/wendischen Bevölkerungsanteil hat, erkannt und den Bedarf in den Kitas vor Ort aufgegriffen, sich um die Finanzen und die organisatorischen Voraussetzungen zum nachhaltigen Erlernen der sorbischen/wendischen Sprache gekümmert. So wurde gemeinsam mit der Sorbischen/Wendischen Sprachschule Cottbus/Chóśebuz nach Wegen gesucht und ein Fördervertrag vereinbart. Feierlich übergab Michael Koch den Vertrag zu Beginn des Kurses und gratulierte den Teilnehmerinnen für Ihre Bereitschaft, sich noch einmal auf die Schulbank zu setzen, damit die sorbische/wendische Sprache auch von unseren Jüngsten erlernt werden kann. Wünschen wir allen Teilnehmerinnen einen freien Kopf zum Lernen und gute Noten im Fach Sorbisch/Wendisch.

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